Karl May Hörspiele
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Rezensionen / Kommentare

Der Orientzyklus, Folge 1-12
  Regie: Walter Adler


Eintrag von Michael Ledwinka (vom 28.4.2015) (weitere Einträge von Michael Ledwinka)

Ich halte die Produktion für mittelmäßig gelungen. Nach dem ersten Anhören überwogen die negativen Eindrücke, die hier schon vielfach genannt wurden, beim zweiten und dritten Mal bedauerte ich vor allem das überhetzte Tempo, das vor allem Sylvester Groth als Erzähler an den Tag legt. Außerdem fehlt ihm jeder Anflug von Humor, welcher aber gerade die Orientbände auszeichnet. Als Hörspiel fand ich es ja großartig gestaltet, fremdsprachlich allerdings gewöhnungsbedürftig. Mag sein, dass Agha auf Türkisch A(h)a ausgesprochen wird, aber Aga wäre mir vertrauter gewesen. Mitunter geht die sprachliche Redaktion sogar über den Originaltext hinaus, etwa wenn die Mehrzahl von Arna-ut nicht Arna-uten, sondern Arna-utler lautet. Und warum Mossul konsequent Mussól ausgesprochen wird, kann ich mir überhaupt nicht erklären. Das störte mich sogar beim dritten Mal Anhören ganz gewaltig. Weiters wäre es mir lieber gewesen und auch sinnvoller erschienen, statt der einleitenden Gerichtsszenen einige Episoden mehr aus den ersten sechs Bänden der Gesammelten Reiseerzählungen zu hören.

kein Punkt
Eintrag von Cartman (vom 24.9.2008) (weitere Einträge von Cartman)

Mit einer glänzend aufgelegten Sprecherriege wurde hier eine faszinierende Umsetzung von Karl Mays Werk produziert. Vor allem Sylvester Groth als Kara Ben Nemsi auf der Seite der Guten und Michael Mendl als Ibrahim Mamur auf der Seite der Schurken seien hier lobend und stellvertretend hervorgehoben.

Die Gerichtsszenen am Anfang der einzelnen Folgen stören mich nicht, da ich sie in dieser Fassung für sehr sinnvoll halte. Sie sind wie Alpträume von Karl May inszeniert, obwohl sie doch dessen Realität darstellen, aus denen er in seine Traumwelt des Orient entflieht. Gar nicht dumm, diese Idee, zumal beide Ebenen ineinanderspielen – spätestens dann, wenn Lord Lindsay Kara bescheinigt, dass dieser absolut kein Talent zum Stehlen habe. Ich finde diese Verknüpfung der Ebenen eine spannende und intelligente Angelegenheit.

Als störender erweist sich da am Ende leider das eingeschlagene Erzähltempo. Es beginnt sehr hoch und steigert sich dann nochmals spürbar in den Balkan-Passagen. In Mays Romanzyklus ist das zwar ähnlich, wenn in „Der Schut“ das große Abrechnen beginnt, aber das Hörspiel läuft hier Gefahr, sich selbst zu überholen. Figuren wie Scharka (Volker Lechtenbrink) werden dabei fast völlig verschenkt und Passagen wie die mit Halef im Taubenschlag kommen dabei eindeutig zu kurz. Hier erweist sich das voice-over-Verfahren mitunter als nachteilig, wobei es grundsätzlich aber sehr gut genutzt wird. (Zu lang ist im Gegensatz dazu für meinen Geschmack die Geschichte um Ahmad el Ghandurs Befreiung geraten. Aber das geht mir bei allen Hörspielumsetzungen, die ich kenne, so.)

Die Höchstwertung für „Der Orientzyklus“ möchte ich vor allem deshalb geben, weil es diesem Hörspiel gelungen ist, dass ich die zwölf CDs am liebsten in einem Rutsch durchgehört hätte. Hut ab vor einer Produktion, die den Spannungsbogen derart aufrecht erhält!


Eintrag von robert111 (vom 17.8.2008) (weitere Einträge von robert111)

Ich habe mir die Produktion Weihnachten 2007 in WDR 5 angehört, sie lief dort als Wdh.

Nach einer 1 Stunde habe ich abgeschaltet, weil mir die Monotonie in der Stimme von Sylvester Groth auf die Nerven ging. Selbst als Kara Ben Nemsi bei Senizas Befreiung im Kanal in Lebensgefahr gerät, bleibt Groth's monoton.

Ich kann mich auch nach gut einem 3/4 Jahr noch daran erinnern, weil es mich Groth mit seiner stimmlichen Monotonie einfach geärgert hat.

robert111

kein Punkt kein Punkt kein Punkt kein Punkt
Eintrag von Dirk Hardegen (vom 16.10.2007) (weitere Einträge von Dirk Hardegen)

Temporeich, actiongeladen, zupackend. Ein traumhaftes Sprecher-Gespann (allen voran Sylvester Groth & Matthias Köberling) - allenfalls vielleicht einen Tuck zuviel Musikunterlegung. Ich fahre (reite) da voll drauf ab. Kaufen!


Eintrag von Rüdiger (vom 5.9.2007) (weitere Einträge von Rüdiger)

Die Geschmäcker sind verschieden ...

... was ich nach Lesen der bisherigen Rezensionen einigermaßen verblüfft einmal mehr schlagkräftig bestätigt finde.

Ansonsten ausgesprochener Hörspiel-Muffel, bin ich von dieser Produktion außerordentlich angetan und selber entsprechend überrascht.

Ich finde es ausgezeichnet. Absolut professionell und hervorragend gemacht. Die Hintergrundmusik gekonnt ausgewählt und nie aufgesetzt. Mir gefällt das.

Das Tempo ist schnell, aber nicht zu schnell. Die Spannung wird gehalten, der Hörer bleibt "bei der Stange".

Kara Ben Nemsi hat eine gewöhnungsbedürftig helle Stimme, ich stelle ihn mir halt etwas "baritonaler" vor, und ihm fehlt manchmal ein wenig das Maysche Augenzwinkern, er ist durchgehend ernst. Aber trotzdem: gut, überzeugend.

Hadschi Halef ist ausgezeichnet. Wie er da in Sadeks Gebet einstimmt auf dem Schott, und dann anschließend verzweifelt, das kann einen im Nacken packen, auch wenn man die entsprechende Passage wohl schon mehr als ein Dutzend Mal gelesen hat.

(Ich habe erst eine CD gehört und werde die Rezension beizeiten ergänzen)


Eintrag von joerg (vom 4.6.2007) (weitere Einträge von joerg)

Licht und Schatten

Wie schon in der WDR-Publikation „Print“ und auf den WDR 5-Internetseiten angekündigt, startet der erste Teil der Produktion mit einer Gerichtsszene Mays, bevor dann sehr plötzlich zur bekannten „Ist es wirklich wahr, Sihdi“-Szene aus „Durch die Wüste“ übergeblendet wird.

Doch schon bei dieser ersten Szene wird eine besondere Technik des Regisseurs Walter Adler, die in dieser Produktion noch mehrfach angewendet wird, deutlich: Die Haupthandlung wird akustisch in den Hintergrund gerückt und die Stimme des Erzählers (Sylvester Groth) kommentiert und erklärt (Voice-over-Technik).
Dieses Stilmittel der Stimmenüberlagerung wirkt in manchen Szenen für den Hörer irritierend, da diese den Handlungsfluss und das auditive Eintauchen in die Haupthandlung stören.

Die Sprecher sind größtenteils hervorragend besetzt, doch ausgerechnet Sylvester Groth als Erzähler (Karl May) und Kara Ben Nemsi wirkt mit seiner stakkatohaften, teilweise ins arrogante übergehenden Sprechweise fehlbesetzt. Man bekommt manchmal den Eindruck, dass Karl der Deutsche schneller als die Faust eines Nemsi redet.
Dieser überhastete Eindruck entsteht wahrscheinlich auch durch die blitzartigen Wechsel der Erzähler- und Kara-Ben-Nemsi-Stimme. Eine Identifikation des Hörers mit dem Helden wird somit erschwert.

Gut besetzt ist Matthias Koeberlin als Hadschi Halef Omar, allein schon seine heftigen Emotionsausbrüche als Hadschi kommen gut rüber.

Im Vergleich zur aktuellen Fowling-Bull-Produktion („Durch die Wüste“) fällt auf, wie im WDR-Hörspiel durch die Handlung gehetzt wird. Natürlich steht mit gut 100 Minuten auch weniger Zeit für die ersten beiden Teile (Band „Durch die Wüste“) zur Verfügung.
Die Senitza-Episode hätte ich mir z.B. ausführlicher gewünscht.

Sehr erfreulich ist, dass man einerseits sehr dicht an der Handlung bleibt und sich andererseits nicht scheut, Begriffe wie „recogniscieren“ zu verwenden.

Die Geräusche sind professionell gemacht und werden passend eingesetzt. Die ständige musikalische Untermalung in allen Teilen der Produktion erinnert an die Berieselung aktueller TV-Produktionen und wirkt störend. Weniger wäre hier ein Mehr an Qualität gewesen.

www.karl-may-hoerspiele.info


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Eintrag von abraendle (vom 25.5.2007) (weitere Einträge von abraendle)

Unauffällige Musik? Ich glaube ich habe schon ziemlich alle Hörbearbeitungen dieses Stoffes gehört. Ich freue mich auf jede Neuerscheinung, besonders auf die langen.
Ich muss gestehen, ich habe es nur bis Folge 4 geschafft. Die ewige Dudelei hat mir den letzten Nerv getötet. Ich habe mich an einige Junior Hörspiele erinnert gefühlt, und die mochte ich auch nicht. Schade. In Stichproben der follgenden Teilen hat es meist auch unmotiviert gedudelt.
Zum Glück gibt es ja Follwing Bull.
80,-€ für die CDs? Zahlte man mir das Doppelte, es würd nicht reichen, dass ich diese Produktion fertig anhöre.

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Eintrag von JennyFlorstedt (vom 21.1.2007) (weitere Einträge von JennyFlorstedt)

Ach es ist schon ein Kreuz... da wartet man jahrelang auf eine ausführliche Umsetzung des Orientzyklus' und dann gehen gleich zwei Produktionen innerhalb weniger Wochen an den Start.

In diesem Fall zieht - in meinen Ohren - die Laienproduktion aber schwungvoll an der Profi-Produktion vorbei.
Walter Adler ist ein Profi und seine Sprecher sind es auch; man hört es. Aber trotzdem hat er sich mit so vielen Ideen auf den doch eher schlichten Text gestürzt, dass das Ergebnis unglaublich gekünstelt wirkt und kaum Stimmung aufkommt.
Der Erzähler labert ständig in die Handlung rein... diese taucht plötzlich in den Hintergrund ab und wird von der nächsten Szene überblendet.... die jeweils einleitenden biografischen Hörszenen sind chaotisch (I know: it's not a bug, it's a feature) und bringen dadurch eine zusätzliche Distanz zum eigentlich Hörspiel.

Ach ich weiß nicht... ich werde nicht warm mit dem Ding.... warten wir mal den zweiten Teil (d.h. die nächsten sechs Folgen) ab. Vielleicht wird es ja noch.

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Eintrag von KupferSiegfried (vom 29.12.2006) (weitere Einträge von KupferSiegfried)

Um es kurz zu machen, denn es ist schon alles beschrieben worden: Ein Hörspiel soll hörbar sein. In diesem Falle kommt es mir eher vor wie ein Schauspiel ohne Beleuchtung: Schemenhaft ist die Handlung zu erkennen, wenn man sich anstrengt, versteht man auch, was gesprochen wird. Insgesamt aber ist der WDR-Zyklus für meine Ohren ein Durcheinander von Tönen, Stimmen, Geräuschen.
Ich habe mir alle vier bislang gesendeten Teile angehört, und ich frage mich, ob es ein Trend ist, Hörspiele schwer verständlich zu produzieren. Mal ganz abgesehen von der Adaption des Buchstoffes, der mehr Ruhe verdient hätte - tontechnisch möglicherweise im Trend, aber keine Produktion für Menschen, die sich der Geschichte hingeben wollen.

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